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Baulicher Brandschutz nach DIN 4102

1. Baulicher Brandschutz
Bei der heutigen intensiven Nutzung von Grundflächen, Gebäuden und Anlagen kommt es im Brandfall zu einer gefährlichen Situation, bei der Leib und Leben von Menschen und Tieren in Gefahr sind.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber Vorschriften erlassen, die bei der Erstellung von baulichen Einrichtungen im Hochbau planerisch zu berücksichtigen sind. Grundlage für Deutschland ist die Musterbauordnung (MBO), die in den Landesbauordnungen ergänzt wird hinsichtlich Durchführung, Ausführung sowie Richtlinien und Rechtsverordnungen.

Die grundsätzliche Aussage ist einheitlich (MBO §17): Bauliche Anlagen müssen so beschaffen sein, dass:

der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird

und weiter im Brandfall:

Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

Insofern hat sich die Industrie als Konsequenz zur Erfüllung dieser Aufgabe auf folgende Bereiche spezialisiert:
1.) Vorbeugender baulicher Brandschutz – Planung / Konstruktion
2.) Personenschutz – Rettung / Evakuierung
3.) Abwehrender Brandschutz – Löscharbeiten
4.) Technischer Brandschutz – Meldeanlagen / Sprinkler etc.

Die Brandschutzverfugung ist dem Bereich 1 zuzuordnen.

2. Baustoffklassen / Feuerwiderstandsdauer
Im Sinne der vorbeugenden Bekämpfung / Eindämmung eines Brandes werden folgende Punkte besonders beachtet und in Planungen berücksichtigt:

  • Brennbarkeit der Baustoffe
  • Feuerwiderstandsdauer der Bauteile nach Klassen
  • Dichtheit der Verschlüsse von Öffnungen
  • Anordnung, Lage und Gestaltung von Rettungswegen (wird im folgenden nicht weiter ausgeführt)

2.1 Brennbarkeit der Baustoffe
Brandschutztechnische Anforderungen an Baustoffe sind in der DIN 4102, Teil 1 geregelt. Danach gibt es folgende Baustoffklassen:

  • A1 nicht brennbar - Erlaubt sind bis zu 1% organische Bestandteile, die im Brandfall auf die Wirkung der Feuerdämmung keinen Einfluss haben
  • A2 nicht brennbar
  • B1 schwer entflammbar
  • B2 normal entflammbar
  • B3 leicht entflammbar  - Als Brandschutzmaterial nicht einsetzbar

Diese Klassifizierung gibt Auskunft über das reproduzierbare Verhalten und die Eignung des Baustoffes unter unmittelbarer Brandbeaufschlagung. Der genaue Prüfablauf sowie die Probenvorbereitung sind ebenfalls in der DIN 4102, Teil 1 beschrieben.

2.2 Feuerwiderstandsdauer der Bauteile nach Klassen
Im Gegensatz zur Klassifizierung der Baustoffe – Nichtbrennbarkeit, Brennbarkeit – wird bei der Feuerwiderstandsdauer nach der Mindestdauer in Minuten gefragt, die das ausgeführte Bauteil unter Brandbelastung seine Funktion erfüllt DIN 4102, Teil 2.
Definierte Feuerwiderstandsklassen sind:
F 30 = >   30 Minuten (feuerhemmend)
F 60 = >   60 Minuten (feuerbeständig)
F 90 = >   90 Minuten (feuerbeständig
F120 = > 120 Minuten (hochfeuerbeständig)

 

Das klassifizierte Fugen-Füll-System gemäß der Anforderung F90 ist wie folgt aufgebaut:

Die folgend dargestellte Brandschutz-Fugenausbildung mittels einer geprüften und bauaufsichtlich zugelassenen Brandschutzfugenschnur in 1-3 Lagen montiert und der anschließende Fugenverschluss mittels einer dauerelastischen Dichtmasse ist der häufigste Einsatzfall im Baugewerbe.

Über weitere Möglichkeiten der Brandschutzverfugung z.B. mit speziellen Brandschutzdichtmassen beraten wir Sie gerne persönlich und objektbezogen.

3.2 Klassifizierte Fugen F90 / F120
Im Falle des Einsatzes in brandschutzklassifizierten Bauteilen muss auch das Fugen-Füll-System den Brandschutzanforderungen nach Feuerwiderstandsdauer und Dichtigkeit gegen Hitze und Qualmdurchtritt genügen. Diese Fugen übernehmen also eine wichtige Funktion beim Passgenauen Zusammenfügen von Bauteilen und zur Vermeidung von Schäden durch die Einwirkung auf die Bauteile. Die Fugen werden allgemein als Brandschutzfugen bezeichnet Der Begriff Brandschutzfuge ist nicht definiert, alle unten aufgeführten Fugenarten können praktisch auch als Brandschutzfuge ausgeführt werden.

Sofern für das zu beabeitende Objekt kein eigenes behördlich genehmigtes Brandschutzkonzept vorliegt, erfolgt die Herstellung der klassifizierten Fugen-Füll-System erfolgt nach Auflagen eines oder mehrerer folgender Institute:
DIN 4102, Teil 2 – Brandschutzprüfbericht
DIBT- Materialzulassungen nach DIN 4102, Teil 1
Amtl. Prüfinstitute – Brandschutzgutachten
Planer – Vorgaben
Brandversicherer – Empfehlungen, Auflagen

Ausführung mit Fugenschnur
a) Ausführung mit Fugenschnur

Ausführung mit Fugenblock
b) Ausführung mit Fugenblock

1. Bauteile (Ortbeton, Massivwände, Fertigbeton)
2. Fugenelement (Ausführung je nach Anforderung als Fugenschnur (a) oder als Fugenblock (b) klassifiziert)
3. Fugenverschluss Elastische Dichtmasse (a) oder Fugenband (b) (im Beispiel eben verklebt)