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Fugen Lexikon

Wir bieten umfassende Produkt-, Technologie- und Verarbeitungslösungen für alle Gewerke. Häufig tauchen hierbei Fachbegriffe und besondere Spezifikationen auf. In unserem Fugen Lexikon finden Sie die Erklärungen der häufigsten Fachbegriffe. Darüber hinaus stehen Ihnen gerne unsere Fugenexperten mit Rat und Tat zur Seite.
(Für die Erklärungen bitte auf die Fachbegriffe klicken)



Abdichten

Unter Fugenabdichtung versteht man den elastischen Verschluss einer Fuge mit Dichtstoffen und einem geeigneten Hinterfüllungsmaterial.

Acryl-Dichtstoff

Acryldichtstoff ist ein geruchsneutraler, wasserverdünnbarer Dichtstoff mit geringem Dehnvermögen. Acryldichtstoff ist im ausgehärteten Zustand überstreichbar.

Adhäsion

Adhäsion, auch Anhangskraft genannt, ist der physikalische Zustand einer Grenzflächenschicht, die sich zwischen zwei in Kontakt tretenden kondensierten Phasen ausbildet.
Allgemein: Haftung des Dichtstoffes auf dem Untergrund.

Adhäsionsbruch

Adhäsionsbruch ist das Ablösen des Dichtstoffes von der Haftfläche des Untergrunds.

Abglätten der Fugen

Das Abglätten der Fuge dient dazu, um den Dichtstoff nach dem Einspritzen in die Fuge zu pressen, dadurch wird die Haftung zwischen Dichtstoff und Fugenflanken hergestellt und die fuge erhält ihre endgültige optische Oberfläche.

Ablüftzeit

Zeitspanne zwischen dem Auftragen des Primers bzw. Haftvermittlers und dem Auftragen des Dichtstoffes. Wird die Ablüftzeit nicht eingehalten, kann es zu Haftungsproblemen kommen.

Anschlussfuge

Fuge zwischen Bauteilen, die sich vom Material oder ihrer Funktion unterscheidet. Anforderungen an den Dichtstoff: Neben einer guten Haftung am Untergrund, besonders im Fensteranschlussbereich, muss der Dichtstoff ungehinderte Bewegungen der Bauteile zulassen. Auftretende Spannungen dürfen nicht auf den Untergrund übertragen werden, da ansonsten, z.B. Bei Fassadenputzen mit geringer Festigkeit, Spannungsrisse oder Ablösungen auftreten.

Anstrichverträglichkeit

Anstrichverträglichkeit bedeutet die Möglichkeit einen Beschichtungsstoff/Anstrich bis auf 1 mm über den Fugenrand hinweg auf den Fugendichtstoff zu streichen. Anstrich und Fugendichtstoff müssen deshalb auf ihre Verträglichkeit geprüft werden, damit sie sich nicht gegenseitig in ihrer Wirkung beieinträchtigen

Aushärtungszeit

Als Aushärtungszeit bezeichnet man das Zeitintervall zwischen dem Auspressen der Fugendichtmasse und der vollständigen Beendigung der Aushärtungsreaktion des Dichtstoffs. Die Geschwindigkeit der Aushärtung ist dabei abhängig von der Reaktionsart, Dichtstoffmenge und der Umgebungs- und Bauteiltemperatur.

Bauteilfuge

Fuge zwischen Bauteilen an gleichartigem Material oder mit gleichartiger Funktion. Anforderung an den Dichtstoff: optimaler Verbund der Bauteile mit sicherer Haftung an den Fugenflanken. Der Dichtstoff muss für das Einsatzgebiet geeignet sein.

Bedarfsermittlung Fugendichtmassen

Die Formel für optimale Fugenabdichtungen: Fugenbreite [cm] x Fugendicke [cm] x 100 cm = Bedarf in ml/m

Bestimmung von Dichtstoffen

Bestimmung von Dichtstoffen
Oder welcher Dichtstoff ist in der bereits ausgeführten Fuge? Bei der Sanierung von Fugen ist die wichtigste Aufgabe das Erkennen des bereits vorhandenen Dichtstoffes. Nur bei gleichen Dichtstoffen sind Unverträglichkeiten auszuschließen und eine entsprechende Haftung gewährleistet. Die in der Praxis weitverbreitete Brennprobe gibt Aufschluss über den Dichtstoff.

Bodenfugen

Fugen an Bodenflächen, die begangen, befahren, auf denen schwere Lasten abgestellt werden oder Fugen, auf die in den Bereichen Gewässerschutz, Abwasser und Chemikalien aggressive Flüssigkeiten einwirken. Beim Abdichten von Bodenfugen werden an den Auszuführenden wie an den Dichtstoff spezielle Anforderungen gestellt. Der Auszuführende muss entsprechend den anstehenden Belastungen die Konstruktion und Ausführung der Fuge planen. Begangene Bodenfugen dürfen keine Stolperfallen sein, der Dichtstoff muss eben und glatt die Bodenteile verbinden. Bei befahrenen oder mit stehenden Lasten, wie z.B. Schweren Paletten belasteten Bodenfugen, muss der Fugenrand abgefasst sein: Der Dichtstoff liegt nicht eben, sondern vertieft in der Bodenfuge. Dadurch wird der Kontakt von Reifen und Dichtstoff vermieden. Die im flachen Winkel angefasten Fugenflanken brechen auch bei starker Belastung nicht ab.
Anforderung an den Dichtstoff:
Unempfindlichkeit gegen mechanische Belastungen sowie Beständigkeit gegen Reinigungsmittel und hohe Wassertemperaturen beim Säubern der Bodenflächen. Bei chemisch belasteten Bereichen muss die Chemikalienbeständigkeit des Dichtstoffes den Belastungen entsprechen. Die Abdichtung von Bodenfugen in Beton oder Estrich im Innen- und Außenbereich, die ruhenden Lasten oder rollendem Verkehr ausgesetzt sind, regelt das IVD-Merkblatt Nr.1.

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Chemisch härtende Dichtstoffe

Chemisch härtende Dichtstoffe Bei einem chemisch reagierendem Trocknungs- und Aushärtesystem laufen nach dem Ausspritzen aus der Kartusche unter Zutritt von Luftfeuchtigkeit chemische Reaktionen ab, die zu einer Verfestigung der ausgespritzten Dichtmasse führen.

Chemikalienbeständigkeit

Die Chemikalienbeständigkeit eines Dichtstoffes ist abhängig von der Konzentration, Dauer und Temperatur der Chemikalieneinwirkung. Sie wird vom Hersteller geprüft und im Technischen Merkblatt des Dichtstoffes angegeben.

Dehn-/Spannungswertendigkeit

Spannung ist eine Zugbelastung, die bei Dehnung eines Dichtstoffes an den Haftflächen der Bauteile auftritt. Beuteile mit geringer Festigkeit (z.B. Putz und Mörtel) erfordern Dichtstoffe, die auch in Kälte nur geringe Zugspannung auf den Untergrund übertragen. Die Einteilung und Klassifizierung von Dichtstoffen für die Fensteranschlussfuge – nach Anforderung an den Untergrund – erfolgt nach IVD-Merkblatt Nr.9.

Dichtstoffe

- Polyurethan bzw. PUR-Dichtstoffe
1-K- bzw. 2-K-Dichtstoffe mit hoher Weiterreißfestigkeit und hoher Reißdehnung für den Hoch- und Tiefbau. Das Rückstellvermögen beim Abbau von Spannung beträgt meinst > 70%. Darüber hinaus verfügen PUR-Dichtstoffe über ein breites Haftspektrum. 

- Silikon-Dichtstoffe
Dichtstoffe mit hoher UV-Beständigkeit, guter Glashaftung und geringer Weiterreißfestigkeit. Das Rückstellvermögen ohne Spannungsabbau beträgt fast 100%. Allerdings besteht die Gefahr der Randzonenverschmutzung durch Silikonöle.
--> Essigsäuren-vernetzende Silikone
Die “Sanitärsilikone” haften nicht auf alkalische Untergründen, z.B. Beton oder zementgebundenen Untergrund.
--> Neutral-vernetzende Silikone
“Verglasungsdichtstoffe” mit guter Haftung auf Kunststoffen und Lacken.
- Acryl-Dichtstoffe
Wässrige, plastoelastische Acryl-Dispersionen mit geringer Bewegungsaufnahme, mit hohem Schwund und schlechten Hafteigenschaften. Für Innenfugen mit geringer Beanspruchng.

DIN Normen

Normen für Dichtstoffe im Hochbau:
DIN 18540 “Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen”
DIN 18545 Teil 1-3 “ Abdichten von Verglasungen mit Dichtstoffen”

Dispersionsdichtstoffe

Dispersionsdichtstoffe härten und trocknen durch die Verdunstung von Wasser. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit trocknen diese Dichtstoff nur sehr langsam oder überhaupt nicht. Bei niedrigen Temperaturen verzögert sich die Härtung durch die geringe Verdunstungsrate des im Dichtstoff vorhandenen Wassers.

Dreiflächen- Dreiflankenhaftung

Die Dreiflächen- oder Dreiflankenhaftung reduziert die Verformbarkeit des Dichtstoffes und sollte deshalb generell vermieden werden. Dichtstoffe sollten sich ähnlich wie ein Gummiband verformen können, d.h. Nur an zwei Seiten haften.

Durchhärtungszeit

Ist die Zeit, die ein 1-K-Dichtstoff in Millimeterschritten benötigt um durchzuhärten. Sie verläuft nicht gleichmäßig, sondern verlangsamt sich mit zunehmender durchgehärteter Schichtdicke: z.B. 3 mm in 24 h und 7 mm in 72 h. Die Durchhärtung ist abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und vom jeweiligen Dichtstoff. Erst nach vollständiger Durchhärtung ist ein Dichtstoff voll funktionsfähig.

Einsatzgebiete von Dichtstoffen

Folgende Einsatzgebiete für Dichtstoffe sind in Richtlinien oder Normen definiert:
Außenfugen im Hochbau (nach DIN 18540)
- Anschlussfugen an Fenstern und Außentüren (IVD-Merkblatt Nr. 9)
- Fugen im Sanitärbereich (IVD-Merkblatt Nr. 3)
- Fugen im Nassbereich (IVD-Merkblatt Nr. 3)
- Fugen im Bodenbereich (IVD-Merkblatt Nr. 1)
- Glasversiegelung (nach DIN 18545)
Rissabdichtungen, Trockenbaufugen und Anschlussfugen im Innenbereich sind nicht nach Richtlinien definiert.

Fase

Die Fase ist eine abgeschrägte Bauteilkante hin zur Fugenvertiefung. Fasen werden hauptsächlich bei Betonfertigteilen oder befahrenen Bodenfugen angebracht.

Frühregenfestigkeit

Um teilweise oder vollständige Auswaschung bei neueingebrachten Dichtstoffen zu vermeiden, werden im Außenbereich vorwiegend frühregenfeste Dichtstoffe (Polyurethane) eingesetzt. Diese sind nach DIN 18540-F geprüft und gekennzeichnet.

Fuge

Beabsichtigter bzw. Toleranzbedingter Raum zwischen Bauteilen. Siehe hierzu DIN 52 460

Fugenarten

Man unterscheidet zur Fugenabdichtung und deren Ausführung grundsätzlich zwischen: Dehnfugen, Anschlussfugen, Wartungsfugen, Feldbegrenzungs- und Randfugen

Fugenbänder

Elastische Fugenbänder werden mit den entsprechenden Klebstoffen über die Fuge geklebt. Sie werden hauptsächlich zur Fugensanierung eingesetzt – wenn der alte Fugendichtstoff die Abdichtung und Bewegungsaufnahme nicht mehr gewährleistet, schwer zu entfernen oder die Fugenbreite zu gering ist.

Fugenbänder werden außerdem bevorzugt bei Fugen, die im Winkel zweier Bauteile entstehen, eingesetzt. Die Abdichtung mit elastischen Fugenbändern beschreibt das IVD-Merkblatt Nr. 4.

Fugenbewegungen

Dichtstoffe sind den verschiedensten Bewegungen ausgesetzt: Dehnung, Stauchung und Scherung, aus denen die Summe der zulässigen Gesamtverformung in Prozent errechnet wird. Diese beschreibt die dauerhafte Bewegungsfähigkeit eines Dichtstoffes.

Fugendimensionierung

Fugendimensionierung ist das vorgeschriebene Verhältnis zwischen Fugenbreite und der einzubringenden Dicke des Dichtstoffes. Außenfugen im Hochbau werden nach DIN 18540, Bodenfugen nach IVD-Merkblatt Nr. 1 verfugt.

Fungizid

Fungizide Ausstattung: Wird von einer „fungiziden“ Ausstattung eines Dichtstoffs gesprochen, so sind den Dichtstoff ein Fungizid beigemischt worden, das den Befall durch Pilze verhindern soll.
Wichtig: Auch fungizid ausgerüstete Dichtstoffe verlieren im Laufe der Zeit durch Nutzung und Reinigungsverhalten ihre Wirkung.

Fugen im Wärmedämm-Verbundsystem WDVS

Diese Fugen müssen nach dem BFS-Merkblatt Nr. 21 “Technische Richtlinien für Wärmedämm-Verbundsysteme” im Allgemeinen elastisch abgedichtet werden. Je nach Anforderung mit spritzbaren Dichtstoffen oder mit elastischen Fugenbändern.

Fugensanierung

Wenn Fugen in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden, müssen alte, schlecht haftende Dichtstoffreste und Hinterfüllmaterialien vollständig entfernt werden. Damit die Fuge neu verfugt werden kann, werden die Fugenflanken durch Ausschneiden und nachreingen oder durch Abschleifen vom eingedrungenen Dichtstoff befreit. 

Fungizide / pilzhemmende Einstellung

Fungizide schützen die Oberfläche eines Dichtstoffes vor Pilzbefall. Ein genereller Schutz ist allerdings nicht möglich, da die fungizide Einstellung als löslicher Stoff mit der Zeit ausgewaschen wird und somit ihre Wirkung verliert. Die fungizide Einstellung ist beim Einsatz von Dichtstoffen im Sanitär- und Nassbereich vorgeschrieben (IVD-Merkblatt Nr. 3).

Gebäudetrennfugen

Abstände zwischen Gebäuden und Gebäudeteilen werden als Gebäudetrennfuge bezeichnet. Glasversiegelung, Glaselement und Fensterrahmen werden miteinander elastisch verbunden und versiegelt. Die Gebäudetrennfuge unterliegt der DIN 18545 “Abdichten von Verglasungen mit Dichtstoffen.”

Geruchsneutral

Geruchsneutrale Dichtstoffe gibt es Heute in den Bereichen PU-Hybrid-, Silikon- und Avryldichtstoffen.

Glättmittel

Wird nach dem Ausspritzen des Dichtstoffes zum Glätten der Dichtstoffoberfläche eingesetzt. Bei Acryl-Dispersionen wird hingegen klares Wasser verwendet. Achtung: Benutzen Sie kein wasserverdünntes Spülmittel oder Haushaltsreiniger. Diese könnten fungizide Einstellungen von z.B. Silikon beeinträchtigen, auch können Oberflächenverfärbungen beim Fugendichtstoff nicht ausgeschlossen werden.

Grundierung

Eine Grundierung oder Primer wird als Haftverbesserer und zum Einstellen der Untergrundsaugfähigkeit unter dem Dichtstoff eingesetzt.

Haftflächen

Die Fugenflanken sind die Haftflächen der Fugen. Als Haftflächen bezeichnet man die zu verbindenden Flächen bei der Verfugung. Haftflächen müssen Staub- und fettfrei sein. Speziel bei Sanierungen müssen die eingesetzten Dichtstoffe auf die minimalen Reste der Altverfugung an den Haftflächen abgestimmt sein.

Härte

Die Dichtstoffhärte wird in Shore bestimmt. Die Shore Härte ist der Widerstand, den ein ausgehärteter Dichtstoff dem Eindringen eines mechanischen Gegenstands entgegensetzt. Je Höher die angegebe Zahl desto größer die Härte des reagierten Dichtstoffs.

Hautbildungszeit

Die Hautbildezeit ist die Zeit, innerhalb der ein Dichtstoff in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen eine Haut an der Oberfläche des eingebauten Dichtstoffes bildet.

Hinterfüllmaterial/Rundschnur

Eine Rundschnur wird zur Begrenzung der Dichtstoff-Füllmenge in die Fuge vorgelegt und bewirkt das saubere Abfließen des Dichtstoffes beim Abglätten. Wir empfehlen je nach Fugentyp und örtlicher Begebenheit offenporige oder geschlossenzellige PE-Rundschnüre, die eine Dreiflankenhaftung und Ausgasungen in den Dichtstoff vermeiden.

Hochbaufuge nach DIN 18540

Der Anwendungsbereich für Hochbaufugen nach DIN 18540 sind Außenwandfugen zwischen Bauteilen aus Ortbeton, Betonfertigteilen sowie aus unverputztem Mauerwerk und Natursteinen.

IVD-Merkblätter

IVD-Merkblätter sind technische Informationen des Industrieverbandes Dichtstoffe e.V. Für Einsatzgebiete von Dichtstoffen, für die keine DIN-Norm vorliegt. Alle IVD-Merkblätter sind über den Industrieverband Dichtstoffe e.V., Emmastraße 24, 40227 Düsseldorf, Telefon 0211/90 48 70 zu beziehen.

Kohäsion

Kohäsion beschreibt die Zusammenhangskräfte zwischen den Atomen bzw. Molekühlen. Es beschreibt die Innere Festigkeit eines Dichtstoffes. Die Kohäsion ist für die Festigkeit des ausgehärteten Dichtstoffs bei der Beanspruchung verantwortlich.

 

Kohäsionsbruch

Der Kohäsionsbruch beschreibt einen Bruch (Riss) innerhalb des Dichtstoffes.

Mechanisch Belastbarkeit

Widerstandsfähigkeit der Dichtstoffoberfläche gegen Belastungen, wie z.B. Reinigungsvorgänge, Trittbelastung oder Stöße schwerer Lasten u.ä.

Mindestfugenbreite

Mit Ausnahme der Glasversiegelung ist das Abdichten mit elastischen Fugendichtstoffen bei einer Fugenbreite unter 10 mm nicht zulässig. Die Mindestfugenbreite ist von der Größe der abzudichtenden Bauteile sowie von den zu erwartenden Temperaturunterschieden abhängig. Für Fugen im Hochbau ist die Mindestfugenbreite in DIN 18540 geregelt.

Natursteinverträglichkeit

Bei Standarddichtstoffen auf Silikonbasis kommt es durch Silikonöle häufig zu Randzonenverfärbungen. Um diese Verfärbung zu vermeiden muss der Anwender spezielle Produkte Verarbeiten (Natursteinsilikon), welche diese Verfärbung sicher ausschließen.

Physikalisch härtende Dichtstoffe

Physikalisch härtende Dichtstoffe oder reaktive Dichtstoffe verändern sich nur physikalisch, zum Beispiel durch Abkühlen nach dem Aufschmelzen oder durch den Verlust von Lösungsmittel. Es finden keinerlei chemische Reaktionen innerhalb des Dichtstoffes statt.

Primer/Haftvermittler

Auf bestimmten Untergründen ist für eine optimale Haftung ein Voranstrich/Primerauftrag zwingen erforderlich. Der Primer ist kein Reinigungsmittel und ersetzt nicht die nötige Reinigung der Fugenflanken. Der Primer wird vor dem Einbringen des Dichtstoffes aufgebracht wird, um dessen Haften sicherzustellen.

Randzonenverfärbung

Bei Standarddichtstoffen auf Silikonbasis kommt es durch Silikonöle häufig zu Randzonenverfärbungen. Um diese Verfärbung zu vermeiden muss der Anwender spezielle Produkte Verarbeiten (Natursteinsilikon), welche diese Verfärbung sicher ausschließen.

Rückstellvermögen

Die Fähigkeit eines Dichtstoffes sich bei kurzer mäßiger bis starker Ausdehnung auf sein Ausgangsmaß zurückzubilden. Zur Charakterisierung von Dichtstoffen wird das Rückstellvermögen nach DIN EN 27389 zurate gezogen. 

Das Rückstellvermögen gibt keinen Aufschluss über Spannung, d.h. Zugkräfte, die der Dichtstoff auf die Fugenflanken abgibt. Auch ist nicht gewährleistet, ob der Dichtstoff auf Dauer den zur Ermittlung des Rückstellvermögens angewandten Spannungen standhält oder es zum Riss im Dichtstoff kommt. Die erste Wahl sind daher Polyurethane, die Spannungen im Dichtstoff auch auf Dauer abbauen, ohne ihr Rückstellvermögen zu verlieren und darüber hinaus keine Zugbelastungen auf die Fugenränder übertragen.

Schimmelpilzbefall

Tritt häufig in Nass- und Sanitärbereichen auf. Eine hohe Luftfeuchtigkeit, höhere Temperaturen, stehendes Wasser in Hohlkehlen aufgrund mangelhafter Fugenausbildung sind u.a. Ausschlaggebende Faktoren. Fungizide eingestellte Dichtstoffe hemmen den Befall, können ihn aber auf Dauer – Fungizide werden als lösliche Stoffe im Laufe der Zeit ausgewaschen – nicht verhindern.

Schwund

Durch das Verdunsten von Lösungsmitteln oder anderen Inhaltsstoffen, wie z.B. Wasser in vielen Acryl-Dichtstoffen, verändert sich das Dichtstoffvolumen. Deshalb muss gewährleistet werden, dass auch nach dem Schwund die vorgegebene Dichtstoffdicke eingehalten wird.

Standfestigkeit

Die Standfestigkeit von Fugendichtmassen beschreibt die Fähigkeit des Dichtstoffes eine vorgegebene Position, Eigenschaft über eine gegebene Zeit beizubehalten. Alternativ hierzu gibt es im Fachhandel auch selbstverlaufende Dichtstoffe.

Temperaturbeständigkeit

Die Temperaturbeständigkeit gibt an, bis zu welcher Temperatur-Höchstgrenze ein Dichtstoff zeitweise belastet werden kann, ohne seine technischen Eigenschaften grundlegend zu verlieren. Normalerweise ist ein Dichtstoff im Bereich von -50 °C bis +150°C belastbar.

Ergänzend gibt es Sondermaterialien  für höhere Temperaturen z.B. spezielle Dichtstoffe wie Hochtemperatursilikon, Brandschutzsilikon B1 und B2, Bodenfugensilikon, Reinraumsilikon oder Dampfbadsilikon.

Überstreichbarkeit nach DIN 52460

Überstreichbar ist ein Dichtstoff, der ganzflächig deckend mit einem oder mehreren Anstrichen beschichtet werden kann, ohne dass sich Wechselwirkungen ergeben. Hierzu müssen vom Hersteller Prüfungen nach DIN 52452-4 vorliegen. Wird in Ausnahmefällen die Beschichtung von bewegungsausgleichenden Dichtstoffen verlangt, müssen sowohl der Dichtstoff als auch der Anstrich folgende Forderungen erfüllen:
- Beschichtung der Dichtstoffoberfläche
- Einwandfreie Durchtrocknung der Beschichtungen
- Haftung der Beschichtung auf dem Dichtstoff
- Dehnfähigkeit ohne Rissbildung in der Beschichtung
Mangelnde Dehnfähigkeit, die Risse in der Beschichtung verursacht, führt häufig zu Beanstandungen und der Aufwand für deren Beseitigung ist enorm hoch. Wir empfehlen: Überstreichen Sie Dichtstoffe in Dehnungsfugen nicht. Sollte dies jedoch ausdrücklich gefordert werden, schließen Sie eine Gewährleistung aus.



Unverträglichkeit

Probleme bei der Überstreichbarkeit von Fugendichtstoffen
-Weichmachermigration aus der Beschichtung in den Dichtstoff: Die Beschichtung wird spröde und reißt, der Dichtstoff zeigt eine geringe Quellung.
- Weichmachermigration aus dem Dichtstoff in die Beschichtung: Die Beschichtung quillt, wird weich und klebt.



UV-Beständigkeit

Die UV-Beständigkeit bei Dichtstoffen bedeutet, dass die Dichtstoffe durch die UV-Einstrahlung nicht an Farbintensität verlieren oder das Vergilbungen auftreten.

Verarbeitungstemperatur

Die Verarbeitungstemperatur ist der Temperbereichl (meist +5° Grad bis 40°Celsius) in der ein Dichtstoff verarbeitet werden sollte, ansonsten können Probleme mit der Durchhärtung oder Schädigungen des späteren Fuge die Folge sein, Der Dichtstoff kann sich auch aufgrund der falschen Untergrundtemperatur grundlegend nicht verarbeiten lassen.

Verformbarkeit

Belastbarkeit und maximale Bewegungsaufnahme eines Fugendichtstoffes.
Wichtig: Auftretende Spannungen müssen geringer sein, als due Festigkeit der Haftflächen. Die zulässige Gesamtverformung eines Dichtstoffes wirkt sich entscheidend auf die Fugendimensionierung aus.

 

Wartungsfuge

Wartungsfugen sind Fugen, die in regelmäßigen Abständen aufgrund chemischer und/oder mechanischer Belastungen überprüft werden müssen.

 

Weichmacherwanderung

Weichmacher wirken nur physikalisch, sie sind nicht chemisch mit dem Bindemittel verbunden, daher können Weichmacher im Stoff wandern oder zu einem anderen Stoff wechseln – was man eine Weichmacherwanderung nennt. Diese Eigenschaft wird durch erhöhte Temperaturen, Feuchtigkeit und UV-Strahlung verstärkt.



Zulässige Gesamtverformung

Die Beschreibung der zulässigen Gesamtverformung beschreibt das Bewegungsvermögen eines Dichtstoffes und stellt eine verbindliche Angabe darüber dar, in welchem Prozentbereich der Verformung ein Dichtstoff dauerhaft seine Aufgabe zur Fugenabdichtung und damit zur Haftung auf dem Untergrund erfüllen kann.