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Fugensanierung Porenbeton Technik

1. Einführung
Das Formänderungsverhalten des Porenbetons bei Temperatureinwirkung, resultierend aus hoher Wärmedämmung der Bauteile, bedingt in der Praxis eine geringe lineare Längenänderung.
Deshalb ist die Fugenbreite zwischen den Porenbetonbauteilen unabhängig von deren Abmessungen und der Art der Unterkonstruktion. Vorraussetzung für die nachfolgende Empfehlung ist eine Innen-Gebäudebenutzung unter normalen Bedingungen.
Höhere Luftfeuchtigkeitswerte, aggressives Innenraumklima z.B. Galvanisieranstalten), extreme Temperaturwechselbelastungen sowie Erschütterungen erfordern u.a. Sondermaßnahmen.

2. Fugenarten
Aus der Beanspruchungsart der Fugen ergeben sich folgende Fugenarten:

2.1 Fugen mit nur dichtender Funktion wie z.B. Horizontalfugen zwischen liegend angeordneten Gasbeton- Wandelementen.

2.2 Fugen mit nur dichtender Funktion wie z.B. Vertikalfugen bei stehenden Wandplatten.

2.3 Fugen mit dichtender Funktion bei geringer Zug- und Druckbelastung; hierunter fallen z.B.: Vertikalfugen bei liegenden Porenbeton-Wandplatten - Horizontalfugen im Bereich der Abfangkonstruktion (z.B. Konsolen) - Wechsel der Befestigungsart (z.B. im Bereich der Attika) - Fugen im Bereich von Intensiven Farbsprüngen - Sockelfugen - Vertikale Fugen im Bereich von stehenden Wandplatten im Raster der Unterkonstruktion - Vertikale Abschlussfugen bei zwischen bzw. hinter Stützen montierten Porenbeton-Wandplatten

2.4 Fugen mit dichtender Funktion, die größere Verformung aufzunehmen haben. Hierunter fallen z.B. Anschlussfugen zwischen Porenbeton und anderen Baustoffen, Bauteilen sowie Bewegungsfugen.

3. Fugendichtungsmassen und Hinterfüllstoffe
Die zu verwendenden Fugendichtungsmassen müssen neben der zu erwartenden Beanspruchungsart auch die Anforderung hinsichtlich Standvermögen, Flankenhaftung, Schwindung, Verarbeitbarkeit, Dehnspannung und Alterungsbeständigkeit erfüllen und in ihren Eigenschaften gut auf dem Porenbeton und die dann aufzubringende Beschichtung abgestimmt sein.

3.1 Fugen nach 2.1
Es kommen Kunststoffmörtel zum Einsatz, die spritzfähig sind. Es handelt sich im Einkomponentenmaterialien auf verschiedenartiger Bindemittelbasis

3.2 Fugen nach 2.2
Es kommen plastische Fugendichtungsmassen zum Einsatz. Die Massen sind spritzfähige, lufttrocknende Einkomponentenmaterialien, auf versch. Bindemittelbasis ohne Rückstellvermögen.

3.3 Fugen nach 2.3
Es kommen plastoelastische Fugendichtmassen zum Einsatz. Die Massen sind spritzfähige, lufttrocknende Einkomponentenmaterialien, hauptsächlich auf Polyacryl-Dispersionsbasis.

3.4 Fugen nach 2.4
Es kommen elastische Fugendichtungsmassen zum Einsatz. Um Bruch in Porenbeton durch zu hohe Spannungsspitzen zu vermeiden, muss die Festigkeit der Fugendichtungsmasse geringer als die Porenbetonfestigkeit sein. Die Massen sind spritzfähige Ein- oder Zweikomponentenmaterialien auf verschiedener Bindemittelbasis, die sowohl lufttrocknend als auch selbstaushärtend sein können.

Fugenausbildungen mit dauerelastischen Dichtungsmassen

1.) Beschichtungssystem außen
2.) Kunststoffmörtel bzw. plastische Fugendichtungsmasse (auch über die Fuge beschichtet)
3.) 1 mm Kunststoffmörtel bei Nut und Feder ohne Mörtel
4.) Hinterfüllmaterial
5.) evtl. verbaute Dämmung (Mineralwolle)
6.) Porenbeton (liegende und stehende Wandelemente)


Diese Fugen werden in der Regel innerhalb der gefasten äußeren Längskante der Elemente ausgeführt. Der Kunststoffmörtel bzw. die plastische Fugendichtungsmasse soll nach dem Glattstreichen in dem tiefsten Fugenbereich mindestens eine Dicke von 3 mm aufweisen.

Beispiele einer sanierten Porenbetonfuge